Wiedersehen mit Yannick und Urteile gegen Renee Marc S.

Heute war Yannick Nasir Zeuge im Münchner GIMF-Verfahren. Er ist der Stiefsohn des Al Qaida-Mitglieds Yannick Nasir und war der Hauptbelastungszeuge im ersten und zweiten Koblenzer Al Qaida Prozess. Die Geschichte von Yannick habe ich hier im Blog schon öfter thematisiert. Nach wie vor steht auch mein ARD radiofeature “Inside al-Qaida” auf ard.de zum Anhören und Download bereit. Seit dem Interview mit Yannick hatten wir uns nicht gesehen. Ich war überrascht.

Überraschend war zunächst der Auftritt von Yannick selbst. Schon in Koblenz erschien er immer sehr korrekt gekleidet. Doch heute erschien er mit neuer, modischer Brille im Business-Look in dunklem Anzug mit schwarzem Hemd und silberner Krawatte. Nach seinem Beruf gefragt, gab er an eine kaufmännische Ausbildung zu machen.

Zudem war ich überrascht, wie schnell die Vernehmung vorbei war: Kaum drei Stunden netto befragte das Gericht Yannick. Die Bundesanwaltschaft hatte eine Nachfrage, die Verteidigung im Ergebnis gar keine. Dabei war die Befragung von Yannick auf zwei Tage angesetzt.

Yannick gab zunächst in eigenen Worten, dann auf Nachfrage des Vorsitzenden Richters Manfred Götzl seinen Lebensweg wieder. Dabei beschränkte sich die Schilderung auf die Bereiche, die auch in Koblenz zur Sprache kamen: Kindheit und Jugend als Stiefsohn von Aleem Nasir, seine Beobachtungen in Germersheim und Lahore, seine Abkehr von der Familie. Dabei ergaben sich kaum Abweichungen zu den bisherigen Aussagen. Erwähnenswert erscheinen mir aber drei Aspekte der Vernehmung:

Auf die Frage, ob er einen “Tolga” kenne, bejahte Yannick das und sprach von einem Mann aus Ulm, denn er im “Multikulturhaus” kennengelernt habe. Es sei ein Türke, der gut deutsch spreche und einen langen Bart habe. Von einem Tolga sei auch Zuhause die Rede gewesen. Er meine später in den Medien gehört zu haben, dass er in Tschetschenien im mKampf gestorben sei ...

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