Verteidigers Bockmist

Da flattert mir eine Revisionsentscheidung des OLG Düsseldorf ins Haus: “Die Revision ist unzulässig.” Die Juristen unter den Lesern wissen: Das ist die Höchststrafe. Und zwar für den Anwalt. Denn der hat offenbar Bockmist fabriziert. Unzulässig bedeutet, ein Gericht befasst sich inhaltlich nicht mehr mit der Sache – egal, wie begründet sie eigentlich wäre. Die Formalia wurden nicht eingehalten.

Liest man die Begründung der Entscheidung kommt man auch sofort zum Punkt: Der Verteidiger (also ich) hat die Frist zur Einlegung der Revision verpennt. Statt am Montag ging die Revison erst am Dienstag ein. Die Juristen unter den Lesern denken jetzt: “Was für ein Depp.”

Aber ich wasche meine Hände in Unschuld (sonst würde ich es ja auch nicht öffentlich machen). Ein Blick in die Akte und es wird klar: Natürlich wurde die Revision pünktlich eingelegt. Wie üblich, vorab per Fax. In der Verfahrensakte findet sich dieses Fax aber nicht – dort ist nur der Originalbrief, der -natürlich- erst am Tag drauf und damit verspätet ankam. In meiner Akte ist zum Glück das Sendeprotokoll und dazu gibt es noch die sorgfältig für solche Fälle verwahrten Faxprotokollberichte ...

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