Fall Kachelmann: Warum lügt sie so schlecht?

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Gut, wir kennen die Akten des Prozesses gegen den Wettermoderator Jörg Kachelmann nicht vollständig (der Standardspruch von einigen faktenresistenten Internetnutzer(inne)n, die immer noch verzweifelt an der These festhalten, dieser habe seine Exfreundin vergewaltigt), aber verräterisch und teilweise sogar völlig absurd sind schon so manche Aussagen, die man inzwischen der Berichterstattung über den 40. (!!) Verhandlungstag vor dem Landgericht Mannheim entnehmen kann.

Ein Beispiel gefällig:

„Warum lügt sie so schlecht? Das treibt mich um, seit ich die Akten gelesen habe“,

sagte Richter Joachim Bock über die Zeugenaussage der Anzeigeerstatterin in der gestrigen Verhandlung (Kachelmann-Prozess geht in die letzte Runde | SÜDKURIER Online).

Diesen Satz immerhin des Berichterstatters der für den Prozess zuständigen Kammer des Landgerichts Mannheim muss man sich schon einmal auf der Zunge zergehen lassen: er weiss also, seit er die Akten gelesen hat, dass die Hauptbelastungszeugin lügt, und schon seit diesem Aktenstudium weit vor Beginn des eigentlichen Prozesses treibt ihn die Frage um, warum diese Zeugin so schlecht lügt – aber trotzdem lässt er es geschehen, dass 40 Verhandlungstage lang das für den Ausgang des Prozesses völlig irrelevante Privatleben des Angeklagten in allen Einzelheiten – und fast schon pervertiert genüsslich – in der Öffentlichkeit breitgetreten werden kann, um erst dann die eigentlich wichtige Fragestellungen durch Sachverständige aufklären zu lassen: was sagt die Anzeigeerstatterin tatsächlich im Prozess aus, was lässt sich davon durch die tatsächlichen Funde vor Ort verifizieren, sagt sie die Wahrheit, und wenn nicht, warum lügt sie so schlecht? ...

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