Medizinerprüfung: Nette Fragestellung im Hammerexamen 2011

Vielen angehenden Medizinern jagt eine Abkürzung einen leichten Schauer über den Rücken: IMPP. Das Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen (IMPP) ist landauf landab einigermaßen berüchtigt für nicht nur anspruchsvolle, sondern teils dem Ausbildungsstadium nicht entsprechende, weil zu schwierige oder auch einfach schwer verständliche Fragestellungen in medizinischen Prüfungen. Im Fragenkatalog der diesjährigen der 2. Ärztlichen Prüfung, dem seit der Neuordnung der Approbationsordnung geschaffenen "Mediziner-Martyrium" und so genannten Hammerexamen, machte das Mainzer Institut seinem Ruf wieder einmal alle Ehre.

So war in einer der gestellten Fragen nun die Rede davon, dass "Maßnahmen im Sinne des § 35a des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (KJHG) eingeleitet" worden seien Gefragt war nach dem Regelungsgehalt der Norm. Die meisten Juristen würden hier einfach mit den Achseln zucken. Wenn man als Jurist nicht gerade eine Spezialisierung als Sozialrechtler betreibt, liest man sowas im Zweifelsfall nach. Doch auch für Medizinstudenten Zum - auch juristischen - Allgemeinwissen gehört das jedenfalls nicht. Als Auswahlmöglichkeiten sind entsprechend der Gepflogenheit in medizinischen Prüfungen allerdings Auswahlmöglichkeiten angegeben: a) Eingliederungshilfe bei seelischer Behinderung, b) Umgangsrecht des Kindes mit jedem Elternteil, c) freie Wahl zwischen Einrichtungen und Dienstleistern verschiedener Träger, d) Zulässigkeit von Maßnahmen, mit denen die Trennung von Kind und Eltern verbunden ist, e) Klarstellung der Zuständigkeit des Sozialhilfeträgers zur Kostenübernahmepflicht bei Zuständigkeitsunklarheiten. Ich finde, man kann trefflich streiten, ob die Frage nach dem Inhalt einer speziellen Rechtsnorm aus so einer Materie in dieser Prüfung etwas zu suchen hat. Sei es drum.

Die Sache hat nämlich noch einen ganz anderen Haken ...

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