LG Berlin: User muss bei kostenlosen Browserspielen Werbung ausschalten können

Nach Ansicht des LG Berlin (Urt. v. 14.09.2010 - Az.: 103 O 43/10) muss der User bei kostenlosen Browserspielen die Werbung ausschalten können, andernfalls liegt ein Wettbewerbsverstoß vor.

Kläger war der Bundesverband Braucherzentrale. Die Beklagte bot kostenlos Browserspiele an. Zur Finanzierung der Spiele wurde vor Beginn 20 Sekunden Werbung eingeblendet. Der User konnte diese Werbung nicht abschalten.

Die Verbraucherschützer hielten dies für wettbewerbswidrig.

Die Berliner Richter teilten diese Ansicht und verurteilten die Beklagte zur Unterlassung.

Zum einen fehle es an der erforderlichen Werbeauszeichnung. Die Beklagte hätte hier einen Hinweis mit "Anzeige" oder "Werbung" schalten müsse, um deutlich zu kennzeichen, dass die Inhalte Werbung seien.

Auch die Einblendung der Werbung sei eine unzumutbare Einwirkung auf den Verbraucher. Es sei unverhältnismäßig, dass der User 20 Sekunden auf den Beginn des Spiels warten müsse und nicht den Werbeblock vorab, z.B. durch Klicken eines Buttons, beenden könne.

Anmerkung von RA Dr. Bahr: Die Entscheidung des LG Berlin ist ein weiteres abschreckendes Beispiel, was passiert, wenn Richter bemüht sind, die Verbraucher vor sich selbst zu schützen.

Die Kritik bezieht sich nur auf den Bereich der vorgeschalteten Werbung und dass dies einen Rechtsverstoß darstellen soll, wenn der Anwender diese nicht abschalten kann, um direkt ins Browsergame zu kommen ...

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