Schöffe mit Unterhaltungswert

Benimm ist ja mal so eine Sache. Auch die Wertschätzung der Prozeßparteien ist so was. Manchmal ist auch beides einfach Glückssache.

Es ist schon eine Weile her, da verteidigte ich gemeinsam mit einem Kollegen zwei Damen vor dem Landgericht Mönchengladbach. Die Verhandlung nahm ihren relativ normalen Verlauf; auf der Richterbank sass ein Berufsrichter und zwei Schöffen. Schöffen haben -theoretisch- die gleichen Entscheidungs- und Fragerechte wie der Berufsrichter. Sie dürfen an dem Prozeß aktiv teilnehmen, alles erfragen und am Ende in geheimer Beratung ihren Senf dazugeben. Zwei Schöffen könnten theoretisch einen Richter überstimmen. In der Praxis hingegen kann ich die Fälle an einer Hand abzählen, in denen sich der Berufsrichter erst deutlich in die eine Richtung positioniert hat und nach der Beratung eine ganz andere Entscheidung verkündete. Vermutlich sind den meisten Berufsrichtern Schöffen, die eine Meinung aktiv vertreten, ebenso lästig wie engagierte Verteidiger. Ich lasse mich jedoch immer wieder gerne eines besseren belehren.

Aber zurück zu dem Prozeß in Mönchengladbach: Mitten in der Verhandlung bimmelte ein Mobiltelefon. Alle suchten peinlich berührt den Übeltäter, der das Telefon nicht ausgeschaltet hatte ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK