Zoff in München: Jurist ./. Mediziner

Radioproduktion im Zug

Am Freitag überschlugen sich die Ereignisse. Kurz vor Ende der Mittagspause im GIMF-Verfahren kam die Pressemeldung des Generalbundesanwalts zur Festnahme der „Düsseldorfer Zelle“. Deshalb verließ ich eilig die Verhandlung und nahm den nächsten Zug nach Baden-Baden. Haben Sie mich trotzdem am Freitag im Radio gehört? Die Technik macht es möglich. Dazu weiter unten ein paar Einblicke in meine Arbeit für alle, die es interessiert. Aber zuerst ist nachzutragen, was am Freitag im Prozess passierte. Der Vormittag war nämlich auch durchaus kurzweilig. Es kam vor Gericht fast zu einem Eklat zwischen dem Vorsitzenden und einem Sachverständigen…

Auch mit zwei Tagen Distanz ist mir immer noch nicht klar, warum der Vorsitzende Richter Manfred Götzl und der Psychiatrische Sachverständige Prof. Dr. med. Norbert Leygraf derart aneinander geraten sind. Prof. Leygraf kann man ebenso mit Recht einen erfahrenen Sachverständigen nennen (siehe auch hier im Blog), wie Manfred Götzl einen erfahrenen Richter. Beide sollten frei von Profilierungsbedürfnissen sein. Und beide schienen anfangs durchaus entspannter Stimmung zu sein. Doch irgendwie stimmte die Chemie zwischen ihnen von der ersten Sekunde an nicht. War Prof. Leygraf vielleicht zu entspannt? Oder lag Manfred Götzl das Thema ganz besonders am Herzen?

Thema war der Gesundheitszustand des Angeklagten Harun Can A. Wie ich schon berichtet habe, liegt bei ihm aktuell eine schwere psychische Erkrankung vor. Er steht unter Betreuung, bekommt regelmäßig starke Medikamente und soll demnächst in einer „Beschützenden Werkstatt“ arbeiten. Sein Krankheitszustand hat sich in den vergangenen Jahren wohl mehrfach verändert, bzw. Ärzte haben ihn zu verschiedenen Zeiten unterschiedlich bewertet. Prof ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK