Wem gegenüber und wofür ein SV haftet.

Sie kaufen ein Wertpapier als Wertanlage für Ihre unmündigen Kinder oder Schutzbefohlenen. Ein Sachverständiger bestätigt die “Mündelsicherheit” des Wertpapieres (§ 230 e Abs 1 ABGB), was auch als Werbeaussage in Prospekten und im Internet kundgetan wird. Später erleidet das Wertpapier – eine Aktie – schwere Verluste – und somit auch die begünstigten Kinder.

Mit Spannung war von Beobachtern die Entscheidung des OGH erwartet worden, was nun die Haftung des SV betrifft. Im jüngsten ecolex wird die Antwort gegeben: ja, der SV haftet grundsätzlich auch gegenüber Dritten, wenn der SV damit rechnen muss, dass sein Gutachten Dritten zur Kenntnis gelangen und eine Entscheidungsgrundlage darstellen wird.

Nein, im konkreten Fall hat sich der SV nichts zu schulden kommen lassen, weil er in seinem Gutachten ausgesagt hatte, dass diese Aktien zur Veranlagung von Mündelgeld geeignet seien, sofern die Veranlagung im Rahmen eines sinnvollen Portfoliomix erfolgt.

Interessant ist, was der OGH zur inhaltlichen Seite und Methodik des Gutachtens sagt: nämlich, dass sich der SV zulässigerweise auf Bilanzen, Prüfberichte und Statistiken über die Aktienkursentwicklung beschränken kann, solange er keine begründeten Zweifel an der Richtigkeit dieser Unterlagen haben muss ...

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