LAG Hamm: Die Beendigung des Kundengesprächs mit den Worten: “Jesus hat Sie lieb” rechtfertigt außerordentliche Kündigung

Anders als das Arbeitsgericht Bochum war das LAG Hamm der Auffassung, die außerordentliche Kündigung der Beklagten sei gerechtfertigt, weil sie sich entgegen der Anweisung des Arbeitgebers im Call Center am Ende eines jeden Verkaufsvorgangs von den Gesprächspartnern mit den Worten „Jesus hat Sie lieb, vielen Dank für Ihren Einkauf bei QVC und einen schönen Tag“ zu verabschiedet hatte.

Entscheidend dürfte sein, dass die Interessen des Arbeitgebers an einer “religionsfreien Verabschiedungsformell” das Interesse der Arbeitnehmerin an der Ausübung ihrer Religionsfreiheit überwiegen und dass der Arbeitgeber dies vor der entgültigen Kündigung angewiesen und abgemahnt hatte. Deutlich wird das auch dadurch, dass der Kläger ungeschickter Weise im Prozess angeboten hatte, für das Unternehmen weiter zu arbeiten und auf die Abschiedformell zu verzichten

mitgeteilt von Rechtsanwalt Marcus Bodem Fachanwalt für Arbeitsrecht Berlin

Der Fall in der Presseerklärung des LAG Hamm: Das LAG Hamm stellte fest: Der mit 6 Stunden im Call-Center der Beklagten teilzeitbeschäftigte Kläger habe sich arbeitsvertragswidrig verhalten, indem er trotz einer ausdrücklich erteilten Anweisung der Beklagten nicht habe darauf verzichten wollen, sich mit den Worten “Jesus hat Dich lieb” zu verabschieden ...

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