“Wer wird Millionär?” lässt grüßen

Ich kann mich noch gut an die Anfragen erinnern. Mit der Immobilienflaute überlegten viele verkaufswillige Immobilienbesitzer, wie sie doch einen vernünftigen Preis für ihr Haus oder ihre Wohnung erzielen können. “Verlosung” lautete das Zauberwort. Hierfür tingelten die Betreffenden durch deutsche Anwaltsbüros. Sie brauchten juristische Gutachten, die ihnen die absolute Ungefährlichkeit ihres Planes bestätigten. Denn Lotterien und “Ausspielungen” sind – abgesehen von der Tombola auf dem Pfarrfest und der Losbude auf dem Rummelplatz – ohne behördliche Genehmigung in Deutschland verboten.

Einen Gutachtenauftrag habe ich nicht erhalten. Das lag aber daran, dass ich keine Gutachten schreibe, wenn der Auftraggeber nur bei einem für ihn rundum positiven Ergebnis zahlt. Nun ist ein Fall der Hausverlosung bis vor den Bundesgerichtshof gelangt. Überraschenderweise nehmen die obersten Richter den bequemen Weg und geben keine Antwort, ob eine Immobilientombola nun wirklich strafbar ist.

Stattdessen bestätigt der Bundesgerichtshof das Urteil gegen den Hauseigentümer schon deswegen, weil dieser 18.294 mal betrogen habe ...

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