Auto kaputt, Arbeitgeber zahlt – Geschichte teurer Gefälligkeiten

In der Nähe von Hamburg. Zubehörhandel für Schiffsbedarf “Freddy Q. Nr. 7 GmbH”. Hein B. ist seit 2007 Angestellter bei Freddy Q. und liebt seine Arbeit. Es ist Herbst. Der Nebel legt sich nachmittags auf die blätterbedeckten Straßen. Als Hein “Tschüss” sagen will (was er auch, wie alles, mit “MoinMoin” hätte ausdrücken können), winkt Freddy Hein zu sich ins Büro.

“Hein, können Sie noch mal auf dem Heimweg beim Kunden X vorbeifahren und ihm die Schiffsschraube bringen?”

“Klar Chef. Mach ich doch gerne! Sind bloß 126 km Umweg. Und das Ding passt grad in meinen Kofferraum – der Passat ist ja schon drei Monate alt, also quasi abgenutzt. No problem!”

“Super!”

Hein wuchtet die Schraube in den Kofferraum (Jahre später soll ein Bandscheibenschaden diagnostiziert werden, aber das ist nicht unserer Sorge). Er setzt sich in seinen neuen Passat und braust los. Die Fahrt endet im Heck eines anderen Fahrzeugs, das seinerseits eine Vollbremsung machen musste, weil ein in Bayern entlaufener Wolpertinger plötzlich seinen Weg kreuzte. Den Schaden von fast 8.000 EUR an seinem – nicht kaskoversicherten – Passat will Hein von Freddy Q. ersetzt haben.

Die offizielle Version des BAG-Urteils zu diesem Sachverhalt (28.10.2010, 8 AZR 647/09) verschweigt aus offensichtlichen Gründen die Passage mit dem Wolpertinger, was verzeihlich, weil rechtlich irrelevant ist. Wer das Urteil versucht, mit dem FAZ-Beitrag “mein Urteil” zu finden, sucht übrigens vergeblich, das Aktenzeichen stimmt nämlich nicht.

Was Freddy und alle anderen Arbeitgeber wissen wollen ist, ob sie für den Schaden geradestehen müssen.

Bitter: Sie müssen. Wenn der Arbeitnehmer sich nicht so dämlich angestellt hat, dass man ihm bei einem Unfall grobe Fahrlässigkeit attestieren muss ...

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