Eine kurze Geschichte des Eigenhandels, oder: Alles muss sich ändern, damit es bleibt, wie es ist

Ein Blick in das Kreditwesengesetz (KWG) lehrt: Definitionen für Bankgeschäfte und Finanzdienstleistungen gibt es viele, und alle sind mehr oder weniger kompliziert. Die vielleicht schillerndste und wandlungsfähigste Finanzdienstleistung dürfte der Eigenhandel sein, der seit dem 1.3.2011 wieder einmal seine Gestalt geändert hat. Der Inhalt jedoch soll immer gleich bleiben.

Wir haben das überprüft, und zwar mit den Mitteln einer exakten Wissenschaft: der Mathematik.

Gestern

Bis zum Jahr 2007 kannte der Wortlaut des deutschen KWG nur den Eigenhandel. Dieser war definiert als die Anschaffung und Veräußerung von Finanzinstrumenten für eigene Rechnung als Dienstleistung für andere. Da schon seine Definition den Begriff der Dienstleistung enthielt, wurde der Eigenhandel auch konsequent als Finanzdienstleistung eingestuft und war (potentiell) aufsichtspflichtig. Diejenigen Geschäfte, die auf eigene Rechnung aber gerade nicht als Dienstleistung für einen anderen erbracht wurden, bezeichnete man als Eigengeschäfte. Und diese Eigengeschäfte verwirklichten schon nicht den Tatbestand einer Finanzdienstleistung.

Eigenhandelalt = HandelFinanzinstrumente + „für andere“ KWG-relevant = Eigenhandelalt Heute

Seit 2007 die europäische Finanzmarktrichtlinie (MiFID) in Kraft getreten ist, sieht die Rechtslage etwas absurd aus: Seither gilt auch das Eigengeschäft als Finanzdienstleistung: “Als Finanzdienstleistung gilt auch die Anschaffung oder Veräußerung von Finanzinstrumenten für eigene Rechnung, die keine Dienstleistung für andere [...] darstellt.” Damit war der Anwendungsbereich des KWG auch für Eigengeschäfte eröffnet, der Gesetzgeber hatte zugleich aber einen eigens für diese Art von Geschäften geltenden Ausnahmetatbestand (ehemals § 2 Abs. 6 Satz 1 Nr ...

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