Vaterschaftanfechtung durch Behörde verfassungswidrig?

Normalerweise gilt der Grundsatz, dass sich der Staat aus Abstammungsangelegenheiten heraushält.

Wird ein Kind während des Bestehens einer Ehe geboren, so gilt der Ehemann für und gegen jedermann als der Vater des Kindes.

Gleiches gilt wenn ein Mann (mit Zustimmung der Mutter) die Vaterschaft für ein nichteheliches Kind anerkennt.

Eine Ausnahme (aber nur für nichteheliche Kinder) enthält § 1600 I Nr. 5, III BGB:

Besteht zwischen Vater und Kind keine sozial familiäre Beziehung und sollen/sind durch die Anerkennung die rechtliche Voraussetzungen für die erlaubte Einreise oder den erlaubten Aufenthalt des Kindes oder eines Elternteiles geschaffen werden, so kann die zuständige Behörde (§1600 VI BGB) die Vaterschaft anfechten.

In Bremen hatte ein Deutscher die Vaterschaft für ein Kind einer serbisch-montegrinischen Mutter anerkannt. Damit erhielt das Kind die deutsche Staatsangehörigkeit, die Mutter einen Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis (§ 28 I Nr. 23 AufenthG).

Die Behörde betrieb die Vaterschaftsanfechtung (eine soz.-fam. Bez. zwischen Vater und Kind bestand nie, der Sachverständige hatte den Mann als Vater ausgeschlossen) ...

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