Enthauptungsvideos und Flaschen auf der Verteidigerbank

Am fünften Tag des GIMF-Verfahrens am OLG München ging es erstmals ausführlich um die grausamen Enthauptungsvideos, die durch die Gruppe im Internet verbreiten worden sein sollen. Ein Mitarbeiter des Bundeskriminalamtes berichtete von seinen Ermittlungen zu 30 Videos, die die Tötung von insgesamt 40 Personen zeigen. Es war eine schauerliche Veranstaltung.

Der Islamwissenschaftler des Bundeskriminalamts gab eine Zusammenfassung der Videos. Er habe sie 2008 dienstlich alle angesehen, das sei keine schöne Aufgabe gewesen. „Für die meisten Menschen ist es sehr unangenehm, diese Szenen anzusehen“, erklärte Dr. R. In den Video könne man sehen wie Menschen in „äußerst unangenehmer Weise, zu Tode gebracht werden“. Doch offenbar erfreuten sich diese Videos in gewissen Kreisen einer gewissen Beliebtheit, die Videos seien „zigmillionenfach“ abgerufen worden.

Ich habe nicht vor, hier allzu detailliert über die Videos zu berichten. Schon die verable Beschreibung war ekelhaft und kaum fassbar. Zwar habe ich bereits einzelner dieser Videos gesehen, doch heute wurden im Minutentakt neue Videos besprochen, deren Details schwer zu ertragen sind. Immer wieder ging es dabei um den gleichen Aufbau: Gefangene werden präsentiert, ihre angebliche Schuld erklärt (z. B. Hilfsdienste als Lieferanten oder Spediteure für US-Truppen im Irak). Sodann flehten die Geiseln um ihr Leben, um dann regelrecht geschlachtet zu werden. Besonders den Angeklagten Mohammed Salim A., Tarek H. und Jonas T. schien diese Schilderungen sehr nahe zu gehen. Die Reaktion von Emin T. und Vivian S. konnte ich nicht richtig erkennen. Renee Marc S. schaute ausdruckslos, Daniel P. blickte mehrfach angestrengt in Richtung Decke. Wohl war es wohl keinem der Angeklagten bei diesem Vortrag.

Bestimmt ging dieser Inhalt auch am Senat nicht spurlos vorrüber ...

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