Verkehrssicherungspflichten bei Fußballspielen

Haftet der Veranstalter eines Bundesliga-Fußballspiels, wenn jemand während des Spiels durch einen Feuerwerkskörper verletzt wird? Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main verneinte nun eine entsprechende Verkehrssicherungspflicht des Veranstalters und wies eine entsprechende Schadensersatzklage zurück.

Der Kläger des vom Oberlandesgericht Frankfurt am Main entschiedenen Falls war als Rasenpfleger bei einem von der Beklagten im April 2008 in der Commerzbank-Arena in Frankfurt am Main veranstalteten Bundesligaspiel eingesetzt. Während des Spiels wurden aus den Fanblöcken mehrere Feuerwerkskörper gezündet. Der Kläger behauptet, zumindest einer dieser Feuerwerkskörper sei in der Nähe seines Kopfes explodiert. Hierdurch habe er einen dauernden Hörschaden erlitten und leide zudem an Kopfschmerzen, Schwindel und Schlafstörungen.

Das erstinstanzlich mit der Klage befasste Landgericht Frankfurt am Main hat die Klage auf Schmerzensgeld, Verdienstausfall und Feststellung der Ersatzpflicht aller sonstigen Schäden nach der Vernehmung von zwei Zeugen abgewiesen, weil eine Verletzung der Sorgfaltspflicht der Beklagten als Veranstalterin nicht feststellbar sei.

Die hiergegen eingelegte Berufung des Klägers zum Oberlandesgericht Frankfurt blieb ebenfalls ohne Erfolg: der Beklagten, so das OLG in seinen Entscheidungsgründen, sei eine Verletzung der sie als Veranstalterin treffenden Verkehrssicherungspflicht nicht vorzuwerfen. Auch wenn bei Sportveranstaltungen, insbesondere Fußballspielen, an den Aufwand zum Schutz der Beteiligten besonders hohe Anforderungen zu stellen seien, weil durch das Aufeinandertreffen rivalisierender, emotionsgeladener und zum Teil sogar gewaltbereiter Fans die Gefahr tätlicher Auseinandersetzungen bestehe, habe die Beklagte die an ihre Sicherungspflicht zu stellenden Anforderungen “gerade noch” erfüllt ...

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