Schmutzige Geschichte

Sherali Haitalievich Azizov soll tot sein. Sein Vater erzählte dem Journalisten Marcus Bensmann, die usbekischen Behörden hätten ihn über den Tod seines Sohnes informiert, als er ihn im Gefängnis in Taschkent besuchen wollte. Das berichtet Marcus Bensmann in der taz. Am 5. November sei Azizov demnach an Herzversagen gestorben. Im Alter von 35 Jahren. Es ist eine Nachricht mit Beigeschmack.

Azizov hätte ein Zeuge im „Sauerlandverfahren“ vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf werden können. Er galt als „Soldat“ (=einfacher Kämpfer) der Islamischen Jihad Union (IJU) und könnte im IJU-Kontext in einem Ausbildungslager mit Fritz Gelowicz zusammengetroffen sein. Am 28. Juni 2006 wurden Azizov und sein Bruder vom usbekischen Geheimdienst in Termez festgenommen. Sie sollen dabei gewesen sein, die Luftwaffenbasis in Termez auszuspähen – über den Flughafen läuft unter anderem fast der komplette Nachschub der Bundeswehr für die Truppen in Afghanistan.

Über den „polizeilichen Informationsaustausch“ erfuhr das Bundeskriminalamt von Azizovs Existenz und seinen Erkenntnissen über „Europäer“ in der IJU. Da er von einem Abdulmalik berichtete, lag die Möglichkeit nahe, Azizov könnte Fritz Gelowicz begegnet sein.

Was also tun? Für Freunde des gepflegten demokratischen Rechtsstaats besteht bei Usbekistan durchaus Anlass, grundlegende Menschenrechte einzufordern. So berichtet Amnesty International von schweren Mängeln bei Meinungs- und Versammlungsfreiheit. Haft in Usbekistan finde unter grausamen und unmenschlichen Bedingungen statt. Das Auswärtige Amt sagt zu Usbekistan überdeutlich, dass die Unabhängigkeit der Rechtsprechung nicht gewährleistet sei. Wörtlich heißt es:

Usbekistan hat wichtige Menschenrechtskonventionen der Vereinten Nationen ratifiziert, darunter den Internationalen Pakt über Bürgerliche und Politische Rechte und das Übereinkommen gegen Folter ...

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