Helmut Kiener wollte "gute Ergebnisse für die Anleger erzielen"

Am 5. Verhandlungstag war es soweit: Der Aschaffenburger Hedgefonds-Manager Helmut Kiener (51), der fast 5.000 Anleger und drei Banken um 345 Millionen Euro gebracht haben soll, hat im Betrugsprozess vor dem Würzburger Landgericht sein Schweigen gebrochen und die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft pauschal eingeräumt. Es war eine „Zusammenfassung dessen, was noch als geständige Einlassung kommen wird“, sagte sein Verteidiger Achim Groepper aus Frankfurt.

Die mit Spannung erwartete Aussage des zweifachen Familienvaters Kiener fiel recht kurz aus: „Das sind etwa 20 Prozent von dem, was sie noch erwartet“, sagte Groepper, der Kieners Erklärung vortrug. Kiener selbst machte anschließend Angaben zu seinem Lebenslauf. Dass er nach dem Studium der Sozialpädagogik und der Psychologie in Coburg, Fulda und Frankfurt in die Anlagebranche wechselte, sei eine Notlösung gewesen: „Ich habe gemerkt, dass ich als Psychotherapeut relativ ungeeignet war“, sagte der gebürtige Oberpfälzer, der sich an der Uni auch mit Theologie und Philosophie beschäftigt hat und seit 1982 in Aschaffenburg wohnt.

Unter anderem hat Kiener gestanden, die Verluste seiner beiden Hedgefonds „K1 Invest“ und „K1 Global“ regelmäßig mit gefälschten Kontoauszügen und Finanz-Statements verschleiert zu haben. Um ein von Beginn an auf Betrug angelegtes System soll es sich dabei nach Kieners Einlassung aber nicht gehandelt haben: „Ich wollte als Fonds-Manager erfolgreich sein und gute Ergebnisse für die Anleger erzielen“, ließ der 51-Jährige seinen Verteidiger vortragen.

Als es bei seinen Fonds zu Verlusten kam, sei er unter großen psychischen Druck geraten und "mit einer enormen Erwartungshaltung der Anleger und der Vermittler konfrontiert“ worden. Aus „Versagensangst“ will Kiener dann damit begonnen haben, durch gefälschte Unterlagen weiterhin große Gewinne seiner Hedgefonds vorzutäuschen: „Ein unsägliches Verhalten, das ich heute bereue ...

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