Satter und ausgeruhter Richter - Freispruch!

Ein Blogleser wies mich auf die Studie "Extrane Faktoren in juristischen Entscheidungen" (Artikel als pdf-Dokument) hin, die auch Gegenstand eines Berichts auf Spiegel Online war: Israelische Forscher untersuchten die Entscheidungen von "Parole Boards", bei denen Einzelrichter, jeweils beraten von Kriminologen und Sozialarbeitern, täglich über 14 bis 35 Anträge Strafgefangener zu entscheiden hatten. Zumeist ging es um Anträge auf Strafaussetzung zur Bewährung. Die durchschnittliche Zeit der Befassung mit einem Antrag lag bei unter zehn Minuten, die Richter waren nicht mit dem Inhalt der Anträge vorbefasst, sondern wurden erst informiert, wenn der Fall aufgerufen wurde. Im Ergebnis war nach Herausrechnung von anderen Variablen (einschl. der Fallgrundlagen und der Richterperson) ein signifikanter Einfluss der Pausen festzustellen. Jeweils die ersten Entscheidungen zu Beginn des Tages und nach Frühstücks- und Mittagspause fielen bei allen acht Richtern der Stichprobe statistisch wesentlich eher zugunsten des Antragstellers aus als Entscheidungen kurz vor der Pause bzw. vor dem Ende des Sitzungstages ...

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