“Jesus hat Dich lieb” – endlich werden auch mal Christen diskriminiert…

Es ist die häufigste Beschwerde aller zweifelhaften Internetkommentatoren: Warum hört man bei Diskriminierungsvorwürfen immer nur von schwulen, weiblichen, ausländischen oder muslimischen Diskriminierten – schützt das AGG nicht auch etwa (gedanklich: weiße) Christen? Wir haben hier eine ganze Sammlung solcher Kommentare. Die offensichtliche Antwort, dass weiße Christen in Deutschland eben in der Regel nicht diskriminiert werden, reicht den Herrschaften ja nicht aus (vielleicht wollen die auch gar nicht überzeugt werden, weil sie das mit dem Diskriminierungsrecht gar nicht verstehen wollen…).

Jetzt darf ich mir auch noch eine neue Antwort ausdenken. Denn (gedanklich: weiße) Christen werden diskriminiert. In Call-Centern.

In Bochum hatte das Arbeitsgericht – nach einem Beitrag aus “Der Westen” (nicht der mit John Wayne; soll übrigens schwul gewesen sein…) – eine Gekündigten zu richten, der im Call-Center die Anrufer immer wie folgt verabschiedete:

“Jesus hat Sie lieb, vielen Dank für Ihren Einkauf und einen schönen Tag!

Die Glaubensfreiheit des Mannes, so das Arbeitsgericht, schütze ihn davor, wegen “Jesus hat Sie lieb” gekündigt zu werden.

Um das AGG ging es also gar nicht, die Grundsatzfrage, ob es trotz § 2 Abs. 4 AGG auf Kündigungen Anwendung findet, ist demnach auch nicht berührt. Nein, hier geht es gleich ums Grundgesetz ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK