Lärmschutzwände beim S-Bahn-Bau

Beim S-Bahn-Bau besteht zugunsten der an die Baustelle angerenzenden Geschäfte ein Anspruch auf Lärmschutz auch für die an den Schaufenster flanierenden Kunden. Mit dieser Begründung hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof den Klagen des Feinkosthauses Dallmayr und einiger weiterer Eigentümer von Anwesen um den Münchener Marienhof, darunter Prinz Albert von Thurn und Taxis, gegen den Planfeststellungsbeschluss des Eisenbahn-Bundesamts zum Neubau einer 2. S-Bahn-Stammstrecke München, Planfeststellungsabschnitt 2 (München Mitte), teilweise stattgegeben.

In den Urteilen des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs wird das Eisenbahn-Bundesamt verpflichtet, in Ergänzung des Planfeststellungsbeschlusses erneut über Maßnahmen zum Schutz der betroffenen Eigentümer vor dem durch die Baustelle am Marienhof verursachten Lärm zu entscheiden. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat dabei Vorgaben gemacht, die bei der erneuten Entscheidung zu beachten sind.

Es sei zu berücksichtigen, so die Münchener Richter, dass nicht nur der Bereich innerhalb der in dem Anwesen betriebenen Ladengeschäfte schutzbedürftig sei. Vielmehr bestehe ein Anspruch auf Schutz vor unzumutbarem Baulärm auch für den Eingangsbereich und den Bereich vor den Schaufenstern der in den Anwesen betriebenen Ladengeschäften, weil über diese Flächen die Kundenkontakte abgewickelt würden.

Das Eisenbahn-Bundesamt müsse insofern über das Konzept für den aktiven Lärmschutz, d.h. über die Maßnahmen, die an der Baustelle selbst den dort entstehenden Lärm mindern können (z.B. höhere Schallschutzwände) neu entscheiden. Auch im Hinblick auf mögliche passive Schallschutzmaßnahmen (z.B. Schallschutzfenster für Büros und Arztpraxen) sei das Ergebnis des Planfeststellungsbeschlusses erneut auf den Prüfstand zu stellen ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK