Ruf der EBS schwer beschädigt

Am vergangenen Montag wurde Christopher Jahns, Präsident der „European Business School“ (EBS) von Frankfurter Ermittlern wegen des Verdachts auf Untreue festgenommen. Die Fahnder des Landeskriminalamtes durchsuchten neben Jahns’ Frankfurter Privatwohnung auch mehrere Gebäude der EBS, beschlagnahmten Computer und Akten. Der Haftbefehl wurde wegen Verdunkelungsgefahr ausgestellt, mittlerweile ist Jahns aber gegen Kaution wieder auf freiem Fuß. Es war der bisherige Höhepunkt einer Affäre, die die einstige Eliteschmiede EBS seit Wochen erschüttert. Jahns wird vorgeworfen, als Hochschulpräsident das Geschäft von Unternehmen zu befördern, denen er privat eng verbunden ist. Das Manager Magazin deckte die Verflechtungen bereits vor rund einem Jahr in einem Artikel über die Nebengeschäfte deutscher Professoren auf (Das Butterbrot-Prinzip, MM 4/2010). Im Fokus steht vor allem die Beratungsgruppe „BrainNet“. Ein BrainNet-Manager sitzt im EBS-Stiftungsvorstand, Jahns wiederum firmiert in diversen BrainNet-Unternehmungen als Verwaltungsrat. Der Vorwurf: Als EBS-Präsident habe Jahns den Unternehmen lukrative Aufträge in Höhe von Hunderttausenden Euro zugeschanzt. Jahns hat die Vorwürfe zwar immer bestritten, ließ jedoch bereits seit Mitte März sein Präsidentenamt ruhen. Jetzt klären die Ermittler, was am Untreuevorwurf dran ist. Die 1971 gegründete EBS gilt als erste Managerschmiede nach angelsächsischem Vorbild in Deutschland. Insbesondere Jahns wurde niemals müde, den unternehmerischen Geist seiner Institution herauszustreichen, der sie von den angeblich verschlafenen staatlichen Hochschulen unterschied. Die Bildungseinrichtung als Unternehmen, der Präsident als CEO, der vom World Economic Forum zu einem der „Young Global Leaders 2008″ gewählt wurde ...

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