Internetfahndung auf eigene Faust - nicht ratsam!

Das scheint jetzt doch öfters vorzukommen: Überwachungskameras, die von Privatleuten aufgestellt wurden, filmen Straftaten, die Filme werden dann ins Netz gestellt, um dem Täter auf die Spur zu kommen. Das führt dann mitunter auch zum Erfolg - teilweise mit Nebenwirkungen für denjenigen, der die Kamera aufgestellt hat. Denn datenschutzrechtliche Regelungen lauern überall - und sicherlich bei Überwachungskameras. Das zeigen zwei Geschichten, die ich diese Woche gelesen habe: 1. Fahrraddieb bei YouTube Ein Fahrraddieb wird von der Kamera eines Erfurter Computerladens bei seiner Untat gefilmt: Das Fahrrad war vor dem Geschäft abgestellt worden, die Kamera erfasste auch den Bürgersteig. Der Ladeninhaber stellt das Filmchen bei YouTube ein, und aufgrund der Rückmeldungen wird der Täter gefasst. Diebstahl in besonders schwerem Fall, stellt das Gericht letztlich fest - eigentlich bestraft mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu zehn Jahren. Im Urteil steht aber dann "nur" eine Geldstrafe von 1.800,- Euro. Der Täter sei durch den Film bei YouTube, aber auch durch die danach einsetzende Berichterstattung (teilweise mit Verlinkung zum - mittlerweile gesperrten - Film) an den Pranger gestellt worden. Das sei bei der Strafbemessung zu berücksichtigen, so die Thüringer Allgemeine. (Urteil des Amtsgerichts Erfurt vom 30.11.2010, Aktenzeichen 180 Js 26290/10 50 DS) Doch auch der Ladeninhaber musste Konsequenzen erleiden: Denn die Datenschutzbehörde drohte ihm ein Bußgeld in Höhe von 300.000,- Euro an. Die Überwachung des eigenen Ladens sei rechtmäßig, nicht aber die Überwachung des Bürgersteigs. Das sei Sache der Polizei, der Ladenbesitzer könne nicht einfach auf eigene Faust ermitteln. Die Kamera zeigt jetzt nur noch züchtig auf das eigene Geschäft. So teuer könnte also Selbstjustiz sein... 2 ...Zum vollständigen Artikel

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