Private Sportwetten-Anbieter und staatliches Monopol

Die Bundesländer wollen ab 2012 den Milliarden-Sportwettenmarkt unter strengen Auflagen für private Anbieter öffnen. Bis zu sieben Wettfirmen sollen bundesweit eine Lizenz erhalten, die aber vorerst nur fünf Jahre gilt. Beim staatlichen Lotto-Monopol soll sich dagegen nichts ändern. Auf diese Eckpunkte verständigten sich die Ministerpräsidenten der Länder am Mittwoch bei einem Sondertreffen in Berlin, wobei allerdings ein Bundesland ausschert: Schleswig-Holstein pocht auf eine noch stärkere Lockerung bei den Sportwetten.

Die bei Sportfans beliebten Live-Wetten – auf Zwischenstände oder den nächsten Torschützen – sollen auch weiterhin verboten sein. Und damit Fußball-Bundesligavereine auch weiterhin Millioneneinnahmen dadurch erzielen können, dass sie auf ihren Trikots oder den Banden im Stadion für private Wettfirmen werben, wird dies ausdrücklich erlaubt – sonst könnte ja noch jemand darauf kommen, dass das aufrecht erhaltenene Sportwettenmonopol (und die Vergabe von sieben Lizenzen) tatsächlich der Verhinderung der Wettsucht und nicht der Sicherung von staatlichen Geldquellen (jetzt über die Gewinne der staatlichen Lottogesellschaften, zukünftig über die Lizenzabgaben) dienen. Als Feigenblatt für den zur Begründung des weiter geltenden Monopols gebotenen Schutzes vor der Wettsucht sollen allerdins TV-Werbespots im Umfeld von Sportsendungen nicht zulässig sein.

Der aktuelle Glücksspiel-Staatsvertrag läuft Ende des Jahres aus ...

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