Eigenwilliger Autositz

Man wünscht sich zwar neueste Technik im Auto, die entwickelt aber manchmal ein ungewolltes Eigenleben. Und manche dieser Funktionen führen auch zu einem Mangel, der den Autokäufer zum Rücktritt vom Kaufvertrag berechtigt. So beurteilte jetzt etwa das Landgericht Coburg einen Neuwagen als mangelhaft, dessen Fahrersitz sich immer wieder während der Fahrt selbständig verstellte.

In einem vom Landgericht Coburg entschiedenen Fall erwarb der Kläger im Jahr 2007 ein Neufahrzeug beim beklagten Autohaus zu einem Kaufpreis von über 50.000,00 Euro. Das Fahrzeug hatte die Sonderausstattung „elektrische Sitzverstellung“. Diese war so programmiert, dass sie sich auf die Körpergröße des Klägers von über 1,80 m, sowie die seiner Ehefrau mit etwa 1,60 m je nach Benutzer einstellte. Bereits mehrere Wochen nach dem Kauf beanstandete der Kläger bei seinem Autohaus, dass die Sitzpositionsspeicher nicht ordnungsgemäß funktionieren würden. Im Lauf eines Jahres wurden verschiedene Reparaturversuche seitens des Autohauses durchgeführt. Als diese aus Sicht des Klägers nicht zum Erfolg führten, trat er vom Kaufvertrag zurück und wollte den bezahlten Kaufpreis zurück.

Nach Ansicht des Klägers war der Neuwagen mangelhaft, da der Sitz beim Fahren plötzlich die Positionen geändert habe. Dies sei insbesondere beim Kläger problematisch gewesen, da er beim Wechsel in die für seine Frau vorgesehene Position gegen das Lenkrad gedrückt worden sei und die Pedale im Fußraum nicht mehr habe bedienen können. Das beklagte Autohaus bestritt den Mangel, es könne nur eine Fehlbedienung des Klägers vorliegen.

Das Landgericht Coburg gab der Klage statt. Es war davon überzeugt, dass der Neuwagen den vom Kläger angegebenen Mangel hatte ...

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