Das Biest und die Schöne

Glück und Unglück liegen ja bekanntlich oft recht nah beeinander. So ist es kein Zufall, dass auch die erfreulichsten und unerfreulichsten Momente des Verteidigens sich ähnlich sind, sich sozusagen ein Kreis schliesst.

Das Biest ist in diesem Fall die Saalverhaftung. Sie ist glücklicherweise ein recht seltenes Exemplar, aber wenn sie mal kommt, dann ist Holland in Not. Von Saalverhaftung spricht man, wenn ein sich auf freiem Fuß befindlicher Angeklagter freiwillig seiner Verhandlung stellt und dann während dieser Verhandlung oder unmittelbar nach ihrem Ende verhaftet wird. Schon rein rechtlich darf die Saalverhaftung nur ein seltenes Exemplar sein, denn um jemdanden zu verhaften, bedarf es bestimmter Haftgründe. Der in freier Wildbahn am häufigsten mißbrauchte verwendete Haftgrund ist der der “Fluchtgefahr”. Wenn jemandem eine hohe Strafe droht oder diese sogar schon ausgesprochen ist, nur das Urteil noch nicht rechtskräftig ist, weil Revision oder Berufung eingelegt werden könnten, dann behaupten Gerichte oft, diese Person könne sich dann der Bestrafung zur Flucht entziehen. Der Fluchtanreiz sei hoch, also gibt es Untersuchungshaft. Wenn sich aber jemand in Erwartung seiner Verurteilung dem Verfahren stellt, dann legt er meines Erachtens nach dar, dass er eben nicht flüchten will, denn sonst hätte er es längst getan. Nichts desto trotz kommen Saalverhaftungen vor ...

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