BGH: Neues zum Sorgerecht und Umzug des Kindes ins Ausland

In Sorgerechtsangelegenheiten muss das Kind zwingend angehört werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn das Kind sich entschieden hat, bei einem Eltenteil zu bleiben und das Gericht von diesem Willen abweichen will.

Möchte das Gericht von einer amtsgerichtlichen Beschluß und von der Auffassung des Verfahrenspflegers abweichen, so muß dies ausführlich begründet werden.

1. Sachverhalt

Die Kindeseltern streiten um das alleinige Sorgerecht für ihre Tochter. Die Kindeseltern waren nicht miteinander verheiratet. Die Mutter besitzt die deutsche, der Vater die französische Staatsangehörigkeit. Der Vater erkannte die Vaterschaft an. Zur Zeit der Geburt lebte die Familie in Frankreich. Nach der Geburt trennten sich die Eltern, und die Mutter kehrte mit der Tochter nach Deutschland zurück. .

Die Eltern trafen im Jahr 2005 eine gerichtliche Vereinbarung, wonach es u.a. beim gemeinsamen Sorgerecht für die Tochter verbleiben sollte und ihr gewöhnlicher Aufenthalt bei der Mutter sei.

Da sich die Eltern nicht darüber einigen konnten, welche Schule die Tochter in Deutschland besuchen sollte, stritten sie um die Übertragung der entsprechenden Entscheidungsbefugnis sowie später auch über das Sorgerecht.

Das Amtsgericht hat nach persönlicher Anhörung der Eltern, des Jugendamtes, der Verfahrenspflegerin und des Kindes das Aufenthaltsbestimmungsrecht auf die Mutter übertragen und die weiter-gehenden Anträge beider Eltern zurückgewiesen, im Übrigen die gemeinsame elterliche Sorge aufrechterhalten.

Auf die vom Kindesvater eingelegte Beschwerde hat das Oberlandesgericht nach Austausch des Verfahrenspflegers und ohne Anhörung des Kindes dem Vater das alleinige Sorgerecht übertragen. Hiergegen wendet sich die Mutter mit ihrer Rechtsbeschwerde.

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