Opferentschädigung in der EU

Der Gerichtshof der Europäischen Union hat Griechenland zur Zahlung eines Pauschalbetrags von 3 Mio. € wegen verspäteter Umsetzung der Richtlinie über die Entschädigung der Opfer von Straftaten verurteilt.

Und wer sich jetzt wundert, wieso die Opferentschädigung die Europäische Union beschäftigt: Die Maßnahmen zur Erleichterung der Entschädigung tragen – auch nach Ansicht des Europäischen Gerichtshofs – zur Verwirklichung der Freizügigkeit und zum Schutz der körperlichen Unversehrtheit von Unionsbürgern bei, die sich von einem Mitgliedstaat in einen anderen begeben.

Mit der Richtlinie zur Entschädigung der Opfer von Straftaten wird bezweckt, ein System der Zusammenarbeit einzuführen, damit Opfer von Straftaten in grenzüberschreitenden Fällen leichter Zugang zur Entschädigung erhalten. Die Richtlinie geht auf die Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Union zurück, der in der Vergangenheit bereits entschieden hat, dass, wenn das Gemeinschaftsrecht einer natürlichen Person die Freiheit garantiert, sich in einen anderen Mitgliedstaat zu begeben, zwingende Folge dieser Freizügigkeit ist, dass Leib und Leben dieser Person in dem betreffenden Mitgliedstaat in gleicher Weise geschützt sind, wie dies bei den eigenen Staatsangehörigen und den in diesem Staat wohnhaften Personen der Fall ist. Die Richtlinie war von den Mitgliedstaaten bis zum 1. Juli 2005 umzusetzen.

Die Europäische Kommission erhob beim Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften eine erste Vertragsverletzungsklage gegen Griechenland wegen nicht fristgerechter Umsetzung der Richtlinie.

Eine solche Vertragsverletzungsklage, die sich gegen einen Mitgliedstaat richtet, der gegen seine Verpflichtungen aus dem Unionsrecht verstoßen hat, kann von der Kommission oder einem anderen Mitgliedstaat erhoben werden. Stellt der Gerichtshof die Vertragsverletzung fest, hat der betreffende Mitgliedstaat dem Urteil unverzüglich nachzukommen ...

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