Heftiger Streit um ZPO-Novelle zum prozessualen Selbstbehalt

Im Gefechtsnebel der Atompolitik und in der Götterdämmerung im Ludwig-Dehler-Haus geht eine Grande dame der FDP ihren Weg und hält das Fähnlein der Liberalen als Bürgerrechts- und Rechtsschutzpartei hoch. Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger hat heute vorab ein Arbeitspapier der Justizministerkonferenz der Länder vorgestellt, wonach in der Zivilprozessordnung ein allgemeiner Selbstbehalt des Klägers für Leistungsklagen eingeführt werden soll und an dieser Vorlage kein gutes Haar gelassen:
Was die Justizminister der Länder hier erarbeiten, steht im Widerspruch zu den Justizgrundrechten der Verfassung. Eine Grundgesetzänderung, nur um die Haushalte zu entlasten, ist mit mir nicht machbar."
Im Justizministerium Sachsen-Anhalts, das 2011 den Vorsitz der JuMiKo hat, wurde Verärgerung darüber geäußert, dass das Papier vor der Frühjahrskonferenz in Halle/Saale im Mai 2011 vorab an die Öffentlichkeit geraten ist. Ein Sprecher von Ministerin Angela Kolb (SPD) erklärte:
Dass gerade die Bundesjustizministerin diese Pläne jetzt ausplaudert, dürfte parteipolitischen Erwägungen geschuldet sein. Die Justizministerkonferenz der Länder hat sich auf Sachpolitik zu beschränken. Zur Sache kann ich Ihnen sagen: Noch handelt es sich um eine unverbindliche Arbeitsgrundlage, die allerdings schon weit gediehen ist. Durch einen Selbstbehalt für den Kläger wird auch im Zivilprozess umgesetzt, was im Vertragsrecht der Versicherungen und in der gesetzlichen Krankenversicherung längst Standard ist. Der Verbraucher ist derartige Regelungen gewöhnt. Wenn er rechtsschutzversichert ist, zahlt er dort 300 Euro selbst, bei Gericht bekommt er alles für ein paar Gebühren ...
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