Falsch gewettet: Der BGH und die Zinssatz-Swaps

„Die größte Verwundbarkeit ist die Unwissenheit“ Sun Tsu, 500 v. Chr.

Wer ein Auto kaufen will, wird im Internet Testberichte lesen, Bekannte nach ihren Erfahrungen fragen, Probefahrten machen – und er wird sich vom Autohändler beraten lassen. Wer ein Bankgeschäft abschließen will, macht es im Prinzip genauso: Man prüft seine Optionen und sucht Rat bei Leuten, die mehr davon verstehen als man selbst – dem Vermögens- oder Anlageberater des Vertrauens.

In einer vielbeachteten aktuellen Entscheidung hatte der Bundesgerichtshof (BGH) einen Fall zu entscheiden, in dem es letztlich darum ging, wieweit man seinem Anlageberater vertrauen kann und darf. Ein mittelständisches Unternehmen hatte bei der Deutschen Bank einen „CMS Spread Ladder Swap“-Vertrag abgeschlossen, eine Art Wette zwischen Anleger und Bank auf bestimmte Entwicklungen von Zinssätzen. Wären diese Entwicklungen so gekommen, wie erhofft, hätte das Unternehmen Geld damit verdient. Doch meist kommt es anders, als man denkt: Die Zinssätze entwickelten sich anders, man verlor eine Menge Geld und beendete den Vertrag nach drei Jahren vorzeitig mit einem Verlust von ungefähr 500.000 €.

Das Unternehmen fühlte sich falsch beraten und verklagte die Deutsche Bank auf Schadensersatz. Landgericht und Oberlandesgericht wiesen die Klage ab, jetzt hatte der BGH zu entscheiden. Da nicht nur diese Klägerin, sondern weitere Unternehmen und auch Kommunen mit solchen Geschäften auf die Nase gefallen waren, schauten viele Augen nach Karlsruhe ...

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