Klare Entscheidung über Beraterpflichten

Anlegerverfahren sind derzeit in aller Munde. Tausende Verfahren sind vor den Wiener Handelsgerichten, aber auch vor den jeweils zuständigen Gerichten, etwa in Salzburg, Graz und Linz anhängig. Das Muster ist im Prinzip immer das Gleiche: Durch die negativen Marktentwicklungen der letzten Jahre haben zahlreiche Anleger viel Geld verloren. Dabei ging es den Menschen, als sie sich für eine Veranlagung entschieden, so jedenfalls in der Regel die Klagsbehauptung, um eine sichere Veranlagung, vergleichbar einem Sparbuch, bei der zwar die Chance auf höhere „Zinsen“ besteht, das eingesetzte Kapital aber nicht verloren gehen kann. Da viele Menschen weder über das nötige Wissen noch über ausreichende Erfahrungen bei der Veranlagung von Kapital verfügen, wenden sich diese in aller Regel an einen Anlageberater, der ihnen die mit der geplanten Veranlagung verbundenen Chancen und Risiken vor Augen führt. Eine solche Beratung sollte naturgemäß auf eine Weise erfolgen, die ein Anleger auch tatsächlich versteht und die ihm eine seinen Bedürfnissen und Zielen entsprechende Entscheidung über das gewünschte Investment ermöglicht.

OGH ENTSCHEIDUNG. Eine solche Beratung ist leider alles andere als selbstverständlich, wie eine erst jüngst ergangene Entscheidung des Obersten Gerichtshofes („OGH“) zeigt (6 Ob 221/10h): Eine Anlegerin wollte „nur unter der Bedingung einer Kapitalgarantie und einer jederzeitigen Verfügbarkeit des eingesetzten Kapitals“ eine Veranlagung vornehmen. Der Anlageberater schlug daraufhin den Ankauf von Auer von Welsbach-Genussscheinen vor und sicherte eine zumindest gleich sichere Veranlagung wie auf einem Sparbuch zu. Das stimmte freilich nicht, denn diese Genussscheine boten weder eine Kapitalgarantie noch waren sie betreffend die Sicherheit einem Sparbuch vergleichbar ...

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