Der Datenschutz hat ein Vollzugsproblem

Gut gemeint und gut gemacht sind zwei paar Schuhe. Unsere Angst vor falschem Umgang mit Daten treibt merkwürdige Blüten und schürt zuweilen Ängste: Millionenfach versandte Phishing-e-Mails, organisierte Virusattacken und vergleichbar spektakuläre Fälle von Computerkriminalität geraten daher regelmäßig in den Blickwinkel der Öffentlichkeit. Zuletzt erklärte der Präsident des Bundeskriminalamtes in der NDR-Reportage „Angriff aus dem Internet“ sogar, dass neben dem existierenden „Cyber-Abwehrzentrum“ zum Schutz der öffentlichen IT-Infrastruktur nun auch noch eine weitere Stelle vor allem zum Schutz von Wirtschaftsunternehmen eingerichtet werden soll.

Indes: Weder eine solche Einrichtung alleine noch die Flucht aus der Online-Welt dürften probate Mittel sein, um den Risiken des IT-Einsatzes in Unternehmen Rechnung zu tragen. Den Handlungsbedarf der Unternehmen selbst unterstreicht auch eine aktuelle Studie, die CMS Hasche Sigle gemeinsam mit dem Datenrettungs- und Computer-Forensik-Spezialisten Kroll Ontrack veröffentlich hat.

Demnach ist das Problem der klassiche „Vollzugsmangel“: So regeln zwar rund 87 Prozent der Unternehmen den Umgang mit Internet und E-Mail am Arbeitsplatz. Aber mehr als 75 Prozent kontrollieren nicht regelmäßig, ob diese Regeln auch eingehalten werden. Compliance-Programme, die zur Überwachung von gesetzlichen Vorschriften und betrieblichen Richtlinien dienen, gibt es nur in etwa der Hälfte der Unternehmen, 52 Prozent der Unternehmen haben bisher noch keine Compliance-Programme etabliert. 118 Personalmanager/innen aus deutschen Unternehmen haben für diese Studie Fragen zu Datendiebstahl, Computermissbrauch und Fehlverhalten von Mitarbeitern aus technischer und juristischer Sicht beantwortet.

„Laut der Studie sind sich Unternehmen der zunehmenden Risiken von Datendiebstahl und Computermissbrauch noch nicht ausreichend bewusst“, meint unsere Stutgarter Arbeitsrechtspartnerin Dr ...

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