Das achte Leben von Brigitte Mohnhaupt

Brigitte Mohnhaupt

Auch Brigitte Mohnhaupt und Knut Folkerts haben – wie schon vier Ex-Terroristen vor ihnen – im „Buback-Verfahren“ vor dem Oberlandesgericht Stuttgart Aussagen zur Sache verweigert. Wiederum gab sich der Vorsitzende Richter Hermann Wieland Mühe, die beiden Ex-Terroristen zum Reden zu bringen. Dabei gelang es ihm immerhin, mit Brigitte Mohnhaupt etwas zu Stande zu bringen, was man mit etwas Kühnheit „Gespräch“ nennen könnte. Doch trotzdem sagte sie nichts. Nach Auffassung des Vorsitzenden Richters Hermann Wieland vertat sie ihre Chance, „in ihrem achten Leben“ etwas besser zu machen. Wielands Fazit: „Ich habe in meinem 35jährigen Berufsleben noch niemand erlebt, wie sie.“

Der Vorsitzende rechnete ihr vor: In ihrer Jugend habe Mohnhaupt ihr erstes Leben gelebt. Dann sei sie zu fünfmal lebenslänglich + 15 Jahre Haft verurteilt worden und habe durch deren Verbüßung somit sechs „Jahre“ in Haft gesessen. Also sei sie nun in ihrem achten Leben und habe eine „historische Chance“ etwas anders zu machen und zur Aufklärung beizutragen. Zweifellos müsste Brigitte Mohnhaupt wie kaum jemand sonst zur Aufklärung beitragen können. Deswegen fiel der Moralappell von Hermann Wieland diesmal noch deutlicher und ausführlicher aus, als zuvor:

„Sie sind zurückgekehrt in die Gesellschaft, von der Gesellschaft aufgenommen und leben mit der Gesellschaft. (…) Es liegt an ihnen, ob Sie nun sagen, ich halte mich weiter im Abseits. Ich möchte Sie eindringlich bitten, sich zu überlegen, wie sie sich stellen. Es ist nicht wie in früheren Jahrhunderten, dass sie von der Gesellschaft ausgestoßen oder für vogelfrei erklärt worden sind. Insofern sind sie in Verquickungen hier, die auch Verpflichtungen bewirken ...

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