Verdientes Feierabendeis in der Heide

Mein Mandant saß 10 Wochen in Untersuchungshaft. Die Presse in der Norheide hatte üble Berichte über ihn verfasst. Bei dem außergewöhnlichen Vornamen, Angabe seines Alters und Nennung seines kleinen Heimatdorfes weiß jeder dort, um wen es sich handelt. Es hieß, ihm drohen 10 Jahre Gefängnis. Dass es "nur" 10 Wochen waren, hatte er dem Oberlandesgericht Celle zu verdanken, das den Haftbefehl auf unsere weitere Beschwerde hin vor Monaten aufgehoben hat.

Der Vorwurf lautete gefährliche Körperverletzung in 2 Fällen. In dem einen Fall war mein Mandant heute angeklagt mit einem weiteren Angeklagten nachts in eine wohnung eingedrungen zu sein und mit einer Gaspistole auf die dort anwwesenden drei jungen Männer gezielt zu haben, dem einen mit dem Schlagring auf den Kopf gehauen zu haben, während sein Kumpel kurz zuvor Pfefferspray versprüht haben soll. Beide Täter waren schwar gekleidet und vermummt. Dass mein Mandant einer der Täter gewesen sei, sei für ihn 100 % sicher, er habe ihn an der Stimme und am Gang erkannt. Mein Frage, ob er an dem Tag Drogen genommen habe, verneinte der Hauptgeschädigte. Einer der anderen Geschädigten sagte aus, dass er meinen Mandanten ebenfalls seit Jahren kenne, ihn aber nicht erkannt habe. Entgegen der Aussage des Hauptgeschädigten sagte er aus, dass dieser an dem Abend gekifft habe. Der dritte Geschädigte teilte mit, der Hauptgeschädigte habe ihm gesagt, er habe meinen Mandanten an einer Bauchtasche erkannt, auf der sich ein Wappen befunden habe. Der Hauptgeschädigte erneut in den Zeugenstand gerufen, wußte von der Tasche nichts.

Im anderen Fall war der Sohn einer Anwältin auf der Straße verletzt worden, er trug Kopfverletzungen davon. Heute erzählte er, mein Mandant und ein weiterer Angeklagter hätten ihn im Anschluss an eine Feier von hinten angegriffen, als er auf dem Weg nach Hause war ...

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