Anwaltshaftung bei Devisentauschgeschäft mit Falschgeld

Der beratende Anwalt haftet nicht für Falschgeld im Falle eines riskanten Devisentauschgeschäfts über 200.000 Euro. Es liegt insoweit keine Beratungspflichtverletzung des Anwalts vor.

Das Schleswig-Holsteinische Oberlandesgericht hatte über die Folgen eines Devisentauschgeschäfts zu entscheiden, bei dem angeblich in Italien 200.000 € in bar gegen englische Pfund mit einem Gegenwert von 338.000 € getauscht werden sollten. Der in Schleswig-Holstein wohnende Kläger, der als Finanzierungsberater tätig ist, verlangte von seinem langjährigen Rechtsanwalt, dem er von dem angebotenen Tauschgeschäft erzählte, einen Schaden in Höhe von 200.000 € zu ersetzen. Nun hat das Oberlandesgericht entschieden, dass der beratende Anwalt nicht haftet.

Zwischen dem Finanzierungsberater und dem Rechtsanwalt ist nach Meinung des Oberlandesgerichts ein anwaltlicher Beratungsvertrag zustande gekommen. Denn der Finanzierungsberater erzählte seinem Rechtsanwalt, dass ihm ein Mann, mit dem er sich zuvor in Mailand wegen Immobiliengeschäften getroffen hatte, ihm telefonisch angeboten hatte, dass er für 200.000 € nach Wahl Pfund- oder Dollarnoten im Gegenwert von 338.000 € erhalten würde. Der Rechtsanwalt beantwortete Fragen des Finanzierungsberaters zu dem Devisentauschgeschäft.

Der Finanzierungsberater musste im Prozess beweisen, dass der Rechtsanwalt seine Beratungspflichten verletzt hatte. Dies ist ihm nicht gelungen. Das Oberlandesgericht war nicht davon überzeugt, dass die Schilderungen des Finanzierungsberaters über den Inhalt des anwaltlichen Beratungsgesprächs zutreffend sind.

Der Finanzierungsberater trug im Prozess folgendes vor: Sein Anwalt habe auf seine Fragen, ob solch ein Devisentauschgeschäft üblich oder riskant sei, geantwortet, dies sei üblich und nicht zu beanstanden ...

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