post privacy: Datenschutz war gestern

Das Zeitalter des Datenschutzes ist vorbei. Die Menschen, die in den 80ern auf die Straße gingen, um gegen geplante Volkszählungen zu demonstrieren, wurden von technischen Errungenschaften des Internets längst eines besseren belehrt.

Niemand interessiert sich mehr für Privatheit, vielmehr möchte jeder bei Facebook der Welt mitteilen, mit wem er zur Zeit eine Beziehung unterhält, wie er zur Atomkraft steht und was er sonst noch für Interessen hat.

Auch beim Einsatz mobiler Kommunikationsmittel in der Bahn darf der Nachbar gerne mitlesen und mithören. Datenschutz war eine nette Idee, lässt sich jedoch in unserer heutigen, ach so modernen und schnellen Zeit nicht mehr verwirklichen. Dies jedenfalls scheint die Kernaussage der sogenannten „post privacy“-Bewegung zu sein, die mit ihren provokanten Aussagen immerhin Aufmerksamkeit erregt hat.

Das BDSG ist Achtziger

Das Verdienst dieser Vertreter ist, a) eine weitgehend zutreffende Zustandsbeschreibung zu liefern und b) den Zustand unserer jetzigen Gesetzeslage anzuprangern. Vor allem bei der Kommunikation über das Internet zeigt sich besonders deutlich, dass unsere jetzigen Datenschutzgesetze nicht überholt sind – sie waren dem Stand der Technik noch nie voraus, hinken ihm vielmehr immer weiter hinterher. Und die Behauptung, dass sich das allgemeine Verständnis vom Datenschutz grundlegend geändert hat, ist durchaus zutreffend: Gegen die unmittelbar bevorstehende Volkszählung gab es nicht annähernd so etwas wie einen Volksaufstand.

Informationelle Selbstbestimmung auch im Internet

All das bedeutet jedoch nicht, dass der Datenschutz inzwischen mit Gleichgültigkeit gestraft wird. Die starke Präsenz des Themas in den Medien zeigt das genaue Gegenteil – Datenschutz bewegt die Leute ...

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