Marco W. – 247 Tage im türkischen Gefängnis

…so lautet der Titel einer Sat1-Schmonzette, für die derzeit kräftig die Werbetrommel gerührt wird. Es handelt sich dabei um die Verfilmung des Schicksals eines im Jahr 2007 17-jährigen Schülers aus Deutschland, dem während eines Türkei-Urlaubs der Vorwurf des sexuellen Mißbrauchs an einer 13-jährigen gemacht und der aufgrund dessen in Untersuchungshaft genommen wurde. Nach eben diesen 247 Tagen erfolgte die Freilassung. Die Geschehnisse sorgten seinerzeit in der deutschen Öffentlichkeit für ziemliche Empörung und Aufsehen.

Genau diese Empörung ist es, die mir schon damals sehr scheinheilig vorkam. Insbesondere die Bild-Zeitung war damals wie immer Wortführerin des bürgerlichen Aufstands gegen die türkische Justiz. Es wurde vor allem infrage gestellt, wie es denn sein kann, dass ein minderjähriger Schüler so lange in unwürdiger Haft gehalten werden könne, fernab von seinen Eltern und das, wo er die Tat doch bestreitet.

Gehts noch?

Nur mal so zum Verständnis: Unterstellen wir, daß ein 17-jähriger türkischer Junge, der sagen wir mal zu Besuch bei seinen hier lebenden Verwandten ist, ein 13-jähriges Mädchen kennenlernt. Mit dieser wird er intim und im Anschluß behaupten deren Eltern bei der Polizei, der Junge habe sich an ihr vergangen. Er würde das von sich weisen ...

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