Terminsvertretung: Wem gehört die Vergleichsgebühr?

In Verfahren vor weit entfernten Gerichten lohnt es sich (bei kleinen und mittleren Streitwerten) für den prozessbevollmächtigten Anwalt meist nicht, selbst zum Termin zu fahren. Er beauftragt lieber einen Terminsvertreter (in Österreich Substituent genannt), der sich in die Akte einliest und den Termin in Untervollmacht wahrnimmt.

Das RVG enthält klare Regelungen, wie die Gebühren zwischen dem „Hauptanwalt“ und dem Terminsvertreter aufgeteilt werden. Dabei kommt der Terminsvertreter gar nicht schlecht weg (Details siehe hier). Die Praxis sieht aber meist anders aus: Der Hauptbevollmächtigte vergibt die Untervollmacht oft nur dann, wenn der Terminsvertreter mit einem geringeren Honorar einverstanden ist, als ihm nach RVG eigentlich zusteht. Ob sich ein Terminsvertreter darauf einlassen will, sollte er sich gut überlegen, da er für Fehler im Termin voll haftet. Auch kennt der Terminsvertreter in dem Moment, in dem er dem Hauptanwalt eine „kostengünstige Vertretung“ im Termin zusagt, ja die Akte noch gar nicht. Oft kommt es da zu einer Abwärtsspirale der Qualität: Der Terminsvertreter macht „Dienst nach Vorschrift“, überfliegt die Akte nur und bleibt im Verhandlungstermin passiv (z.B. be der Zeugenbefragung) ...

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