(Strafverteidiger Berlin) BGH vom 11.1.2011 zum unbeendeten Versuch (1 StR 537/10)

Im vorliegenden Fall hatten die Täter das schwer verletzte Opfer in einen Keller geworfen. Sie gingen dabei davon aus, dass sich das Opfer nicht selber werde befreien können. Das Landgericht Augsburg verurteilte die Täter wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit besonders schwerem Raub und in weiterer Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe bzw Jugendstrafe. Die beiden Angeklagten hätten die weitere Tatausführung nicht freiwillig aufgegeben, weil sie nach der letzten Ausführungshandlung, dem Zurücklassen des Geschädigten im Keller, dessen Tod – infolge der erlittenen Verletzungen bzw. wegen fehlender Befreiungsmöglichkeiten gebilligt hätten. Diese Ausführungen hielten der rechtlichen Nachprüfung durch den BGH nicht stand.

BUNDESGERICHTSHOF

Beschluss vom 11. Januar 2011

1 StR 537/10

Landgericht Augsburg

(…)

Gründe:

Das Landgericht hat die Angeklagten wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit besonders schwerem Raub und in weiterer Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe (D. ) bzw. zu einer Jugendstrafe (S. ) jeweils von acht Jahren und sechs Monaten verurteilt. Hiergegen richten sich die auf die Sachrüge gestützten Revisionen der Angeklagten. Die Rechtsmittel haben Erfolg.

1. Nach den Feststellungen drangen die beiden Angeklagten in der Tatnacht in das Haus des Geschädigten M. ein, um dort Geld und Drogen zu stehlen. Weil sie kein Bargeld finden konnten, misshandelten sie den bis dahin schlafenden Geschädigten. Während der Angeklagte S. ihn auf das Bett drückte, schlug der Angeklagte D. ihm mit einem Schlagstock wenigstens zwanzigmal auf Kopf und Oberkörper. Dabei handelten beide Angeklagten mit bedingtem Tötungsvorsatz. Anschließend fesselten sie den Geschädigten an Händen und Füßen und knebelten ihn. Als sie auch bei der weiteren Durchsuchung der Wohnung kein Geld finden konnten, schlug der Angeklagte D ...

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