OLG Saarbrücken: Umgang systematisch hintertrieben - trotzdem keine gewaltsame Durchsetzung.

Dem Vater war das Aufenhaltsbestimmungsrecht über den nun 13jährigen Sohn zugesprochen worden. Den Umgang mit der Mutter hintertrieb der Vater systematisch, in dem er den Sohn gegen die Mutter aufbrachte; der Sohn wollte deshalb die Mutter nicht sehen - so der selbst erklärte Wille des Kindes. In seinem Urteil vom 24.1.2011, 6 UF 116/10 betonte das OLG Saarbrücken nochmals: "Dem Obhutselternteil obliegt es, auf das Kind erzieherisch dahin einzuwirken, dass psychische Widerstände des Kindes gegen den Umgang mit dem anderen Elternteil abgebaut werden und das Kind eine positive Einstellung dazu (zurück-) gewinnt. Er hat Kontakte zum anderen Elternteil nicht nur zuzulassen, sondern positiv zu fördern, um dem Kind mögliche Loyalitätskonflikte zu ersparen. Die Wohlverhaltensklausel verbietet dem Obhutselternteil jede negative Beeinflussung des Kindes gegen den Umgangsberechtigten, und zwar auch in mittelbarer Weise dergestalt, dass sich das Kind scheinbar aus eigenem Entschluss gegen den Umgang wendet. Hiermit korrespondiert freilich die Verpflichtung des Umgangsberechtigten, das Kind weder gegen den sorgeberechtigten Elternteil einzunehmen noch dessen Erziehungsanstrengungen zu vereiteln oder zu beeinträchtigen oder auch nur seine Erziehungsautorität in Frage zu stellen ...Zum vollständigen Artikel


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