Schulfach “Werte und Normen”

Auch eine anonyme Denunziantin darf das Schulfach “Werte und Normen” unterrichten.

In einem jetzt vom Verwaltungsgericht Hannover einstweilen entschiedenen Fall hatte die Lehrerin, die seit 1973 an der IGS Garbsen unterrichtet, hatte sich im September 2009 in einem anonymen Schreiben an die Polizei gewandt und darauf hingewiesen, ein türkischstämmiger Schüler der 11. Klasse ihrer Schule habe Kontakt zu einer extremistisch-islamischen Gruppe. Die Lehrerin hatte sich unter anderem wegen der Ausführungen des Schülers in einer Werte- und Normen-Klausur zu diesem Schritt entschlossen, ohne sich mit der Schulleitung oder Kollegen der Schule darüber abzustimmen. Der Verdacht gegen den Schüler erwies hat sich als haltlos, Ermittlungen der Polizei wurden eingestellt. Ein von der Staatsanwaltschaft Hannover gegen die Lehrerin eingeleitetes Ermittlungsverfahren unter anderem wegen des Verdachts der Verleumdung, der falschen Verdächtigung und üblen Nachrede wurde ebenfalls eingestellt. Ein Disziplinarverfahren wurde eingeleitet, eine Disziplinarmaßnahme wurde von der Landesschulbehörde gegen die Lehrerin jedoch nicht verhängt.

Allerdings setzte der Schulleiter die Lehrerin mit Beginn des zweiten Schulhalbjahres 2010/2011 nicht mehr im Fach Werte und Normen ein, sondern nur in anderen von der Lehrerin unterrichteten Fächern. Dies begründete er damit, der Lehrerin fehle es an der charakterlichen Eignung für den Unterricht im Fach Werte und Normen, weil sie nicht deutlich genug ihr Bedauern über ihr Fehlverhalten gegenüber den Beteiligten des Schullebens, z.B. Schulleiter, Eltern- und Schülervertreter, zum Ausdruck gebracht habe.

Die Lehrerin hat daraufhin im Wege einstweiliger Anordnung beantragt, sie wieder im Fach Werte und Normen einzusetzen ...

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