Versetzung eben mal nach London

Der Leiterin einer Rechtsabteilung in Frankfurt (man kann nur vermuten, dass ihr Arbeitgeber eine Bank ist) ist ein besonderer Coup gelungen. Der Fall, der jetzt in der Presse berichtet wird, ist ziemlich untypisch, fast lehrbuchartig.

Die Dame hatte Elternzeit und mit ihrem Arbeitgeber nach § 15 Abs. 7 BEEG vereinbart, 30 Stunden in der Woche zu arbeiten: Teils zu Hause, teils in der Frankfurter Verwaltung. Die Tochter ist jetzt 13 Monate alt – eine ziemlich beachtliche Leistung.

Dem Arbeitgeber reichte das nicht und er hielt von der Vereinbarkeit zwischen Familie und Beruf auch nicht mehr so viel – deshalb fand er auch, die Arbeitnehmerin solle zwei Tage der Woche in London in der Unternehmenszentrale arbeiten. Reisekosten solle sie selbst zahlen.

Coole Idee. Bevor man sich über die Rechtsmäßigkeit solcher Anordnungen Gedanken macht, muss man eine einfache Frage stellen: Soll ich nun morgen nach London fliegen oder mich weigern? Versetzungen sind (was die Rechtmäßigkeit anbelangt) notorisch schwer zu beurteilen. Verweigert man die Arbeit, obwohl die Anordnung wirksam ist, kann ein knallharter Arbeitgeber eine Abmahnung erteilen und bei weiterer Weigerung ggf. kündigen. Das Risiko trägt der Arbeitnehmer. Allein ...

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