Schneefall vor dem Hotel

Gerade in schneereichen Wintern ist zu bedenken, dass auch bei Einhaltung der Räum- und Streupflichten glatte Stellen nicht gänzlich zu vermeiden sind. Dies wirkt sich auch auf die Frage des Umfangs der Verkehrssicherungspflicht eines Hotels bei Schneefall aus.

So scheiterte jetzt etwa ein Hotelgast mit seiner Schadensersatz- und Schmerzensgeldklage gegen das von ihm besuchte Hotel wegen eines Sturzes im Zugangsbereich des Hotels. Nach Auffassung des Oberlandesgerichts Bamberg (wie auch erstinstanzlich bereits des Landgerichts Coburg) konnte kein Verstoß gegen die Verkehrssicherungspflichten durch das Hotel nachgewiesen werden.

Die Klägerin wollte von dem von ihr besuchten Hotel über 7.000 € Schadenersatz und Schmerzensgeld in einer Größenordnung von 4.000 €. Sie behauptete, bei ihrer Anreise gegen 16 Uhr im Bereich vor dem Eingang des Hotels im Februar 2009 gestürzt zu sein. Ursache des Sturzes sei gewesen, dass der Zugangsbereich mit festgetretenem Schnee bedeckt, uneben und völlig vereist gewesen sei. Es sei auch nicht gestreut gewesen.

Das Hotel brachte vor, dass regelmäßig – mindestens einmal am Tag – geräumt und gestreut werden würde. Am Unfalltag sei zuletzt gegen 14:30 Uhr Schnee geräumt und anschließend mit Tausalz und Splitt gestreut worden. Möglicherweise habe der Ehemann der Klägerin das Fahrzeug vor einem Schneehaufen gehalten, so dass die aussteigende Klägerin dort zu Fall gekommen sei.

Nach der Vernehmung von fünf Zeugen konnte sich das Gericht nicht davon überzeugen, dass der Zugangsbereich des Hotels mit einer festgetretenen, unebenen und völlig vereisten Schneedecke überzogen war. Zwar sagte dies der Ehemann der Klägerin so aus ...

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