Manchmal schützt Dummheit doch vor Strafe (und vor Schadensersatz) - Teil 2: SmartPhone mit Volumentarif

"Da der Beklagte noch keine Erfahrung mit internetfähigen Smartphones hatte, wählte er auf Anraten des Mitarbeiters der Firma F zunächst die volumenabhängige Abrechnung, um nach Erhalt der ersten Rechnungen zu entscheiden, ob sich eines der Paketangebote für ihn lohnt."
10 Tage später sperrte ihm sein Mobilfunkanbieter F die SIM-Karte wegen der bis dahin entstandenen Telefonkosten in Höhe von mehr als 1.000,- Euro. Als der beklagte SmartPhone-Nutzer diese und die folgenden Rechnungen nicht zahlte, kündigte die Firma F den Vertrag und forderte neben den bereits aufgelaufenen Gebühren Schadensersatz wegen der vorzeitigen Vertragsbeendigung. Zu Unrecht, wie jetzt erfreulicherweise das Landgericht Münster mit Urteil vom 18.01.2011, Aktenzeichen 06 S 93/10, feststellte. Denn der Mobilfunkanbieter hatte den Beklagten nicht richtig aufgeklärt - insbesondere nicht über die Gefahren einer volumenbasierten Abrechnung in Zusammenhang mit dem auf dem ebenfalls mitgemieteten SmartPhone samt Routenplanersoftware.
"Sie hätte den Beklagten vor Abschluss des Mobilfunkvertrags unter gleichzeitiger Vermietung des Smartphones "SGH i 900" mit dem dazu gehörenden Navigationsprogramm "Route 66" auf die Gefahr erheblicher Kosten durch WAP- und Internetverbindungen und die damit einhergehenden Vorzüge einer Datenflatrate hinweisen müssen."
Wie dem Mobilfunkanbierter nämlich bekannt war bzw. sein musste, lud die Software "Route 66" gerne einmal Karten- und Softwareupdates von mehr als 150 Megabyte aus dem Internet herunter - und das ohne Zutun des Handynutzers ...Zum vollständigen Artikel

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