Staatsanwalt: "Es war nichts anderes als ein gigantisches Schneeballsystem"

Mit der Verlesung der Anklageschrift hat am 2. März vor der Wirtschaftsstrafkammer des Würzburger Landgerichts der Betrugsprozess gegen den Diplom-Psychologen und Hedgefonds-Manager Helmut Kiener aus Aschaffenburg begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 51-jährigen Angeklagten vor, über 4.900 Anleger und mehrere Banken mit einem betrügerischen Schneeball-System um insgesamt rund 345 Millionen Euro geschädigt zu haben. Die Anklage listet 35 Fälle des Betrugs, 86 Fälle der Urkundenfälschung und 5-fache Steuerhinterziehung auf. Kieners mutmaßliche Taten gelten als größter Anlagebetrug dieser Art in Deutschland.

Eigentlich wollte er auf Anraten seiner Anwälte am ersten Verhandlungstag noch gar nichts sagen, doch dann ließ sich Kiener von einer Fernsehreporterin kurz vor Beginn des Prozesses doch einen kurzes Statement entlocken: „Von Betrug zu sprechen, ist eine Vorverurteilung. So etwas sollte man nicht tun.“ Die Staatsanwaltschaft sieht die Sache anders: Bis zu seiner Verhaftung soll der zweifache Familienvater bei zwei auf den Britischen Jungferninseln gegründeten Fondsgesellschaften alle Fäden in der Hand gehabt haben. Statt der zweistelligen Renditen auf die Anteile an den beiden Fonds „K1 Invest“ und „K1 Global“, die er seinen Anlegern in den Prospekten versprach, hatten die beiden Fonds Verluste zu verzeichnen. Und zwar nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in einem Ausmaß, „dass eine Auszahlung von Gewinnen sowie die Deckung der Betriebskosten nur durch eingehende Neuanlagen möglich war“, so Anklagevertreter Martin Gallhoff.

Das bedeutet: Um die Gewinne früherer Anleger auszahlen zu können, für die Provisionen der Vertriebs-Mitarbeiter und für die zweistellige Millionen-Summe, die er in die eigene Tasche gesteckt haben soll, brauchte Kiener neue Anleger und Geldgeber ...

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