IKS Working Paper | 002 ist online

Seit heute steht die zweite Ausgabe der im Januar gestarteten Working Paper Series des Instituts für Kriminologische Sozialforschung online:

Sebastian Scheerer (2011) Agonaler Autismus und diskrepante Interpunktion. Zwei Restriktionen im Umgang mit terroristischer Gewalt

In diesem IKS Working Paper stellt der Autor einige Überlegungen an, inwieweit ein Verhandlungsverbot mit terroristischen Akteuren – wie es sich die allermeisten Staaten selbst auferlegt haben – aus zweck- und wertrationaler Perspektive zu beurteilen ist. In der Einleitung schreibt Herr Dr. Scheerer zur Einordnung seiner Überlegungen:

Je länger sich gewaltförmige Auseinandersetzungen hinziehen und je weniger durch einseitige Aktionen entschieden werden kann, desto stärker rückt die Kommunikation mit dem Gegner als Möglichkeit zu einer Beendigung des Konflikts ins Blickfeld. Paradoxerweise ist das bei großen Kriegen zwischen zwei oder mehr Staaten oft leichter als bei den „kleinen Kriegen“ (Carl von Clausewitz), die heute den Großteil aller bewaffneten Konflikte ausmachen. Dies hat nicht zuletzt auch damit zu tun, dass bei den neuen Formen der Auseinandersetzung mindestens eine der Parteien nicht militärisch organisiert ist und schon deshalb irregulär operiert, was es zumindest leicht macht, sie (bei aller Unschärfe des Begriffs) als terroristisch zu definieren (vgl. Hess 2006). Das hat weitreichende Konsequenzen. Denn während sich die Parteien eines Staatenkriegs gegen Ende des Kräftemessens more often than not in Verhandlungen begeben, sind diejenigen eines asymmetrischen Konflikts mangels normativer Metaebene zu einer Art Selbstgenügsamkeit verdammt: sie kämpfen zwar gegeneinander, existieren aber im Hinblick auf die Codierungen Recht/Unrecht, richtig/falsch, moralisch/unmoralisch, gut/böse usw. in unverbundenen Wirklichkeiten, d.h ...

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