Alpha Express-Zertifikate: häufig mit falschen Unterlagen verkauft

Alpha Express-Zertifikate tragen einen hohen Anspruch vor sich her. Mit Alpha soll offenkundig das Alpha Männchen in der Tierwelt assoziiert werden und mit Express die Überholspur. Wenn ein Bankkunde diese beiden Begriffe hört, denkt er sich, dass er Vorrechte und Vorfahrt hat. Und er hatte ja bei oberflächlicher Betrachtung durchaus Recht mit dieser Bewertung: während der gewöhnliche Aktionär nur bei steigenden Börsenkursen verdient, verdient ein Erwerber eines Alpha Express Zertifikats bei seitwärts tendierenden und sogar fallenden Märkten.

Aber so leicht ist die Sache nicht. Wie man sich denken kann, hat so ein Alpha Express Zertifikat auch erhebliche Nachteile, denn der Emittent eines solchen Zertifikats, will schließlich auch etwas verdienen. Dagegen gibt es im Grunde überhaupt nichts zu sagen. Aber es gibt etwas dagegen zu sagen, wenn Bankkunden diese Zertifikate mit falschen Unterlagen verkauft werden. Und dass die Unterlagen falsch waren, scheint die Regel zu sein, wie sich aus den nachfolgenden Fällen ergeben hat:

Mit noch nicht rechtskräftigen Urteil vom 30.09.2010 (Aktenzeichen: 3 O 170/10) hat das Landgericht Wuppertal die Deutsche Bank Privat-und Geschäftskunden AG verurteilt, einem Bankkunden mehr als 100.000 € Schadensersatz zu zahlen. Bei dem konkreten Alpha Express-Zertifikaten wird im Grunde auf die relative Wertentwicklung zwischen dem DivDAX („DividendenDAX“) und dem DAX (Performanceindex) gewettet. Die Deutsche Bank hat dem Kunden dazu eine Präsentation überreicht. Weil es den DivDAX aber noch nicht so lange gab, nahm die Deutsche Bank hypothetische Kurse aus der Vergangenheit. Dabei wurden aber versäumt darzustellen, dass der DivDAX seit dessen tatsächlicher Einführung eine relativ negative Entwicklung genommen hatte ...

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