Mutmaßlicher Hedgefonds-Betrüger Kiener ab heute vor Gericht

Zumindest an seinem deutschen Heimatort Aschaffenburg soll Helmut Kiener zwar in einer Villa, aber sehr zurückgezogen gelebt haben. Vom heutigen Mittwoch an wird der 51-jährige Hedgefonds-Gründer vom Untermain voraussichtlich monatelang im Rampenlicht stehen: Nach 14 Monaten Untersuchungshaft muss sich der studierte Psychologe vor der Wirtschaftsstrafkammer des Würzburger Landgerichts wegen Betrugs mit einem Gesamtschaden von rund 345 Millionen Euro, Urkundenfälschung und Steuerhinterziehung verantworten. Die mutmaßlichen Betrügereien des in den Medien bisweilen als „Mini-Madoff“ bezeichneten Helmut Kiener gelten als größter Fall seiner Art in Deutschland.

Der New Yorker Broker Bernard Madoff hat mit seinem Hedgefonds-Betrügereien einen Schaden von rund 50 Milliarden US-Dollar angerichtet und wurde deshalb in den USA zu 50 Jahren Haft verurteilt. Im Vergleich dazu wäre Helmut Kiener, für den bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung gilt, ein kleines Licht. Den von ihm um ihr Geld gebrachten Menschen dürfte das freilich egal sein: Gut 4.900 Privatanleger sollen in die beiden K1-Fondsgesellschaften, die Kiener auf den Britischen Jungferninseln gründete, in der Hoffnung auf hohe zweistellige Renditen über 120 Millionen Euro eingezahlt haben. Um die übrigen rund 225 Millionen Euro sollen Kiener und seine Komplizen drei internationale Großbanken betrogen haben.

630 Seiten umfasst die Anklage gegen den 51-Jährigen, der Ende Oktober 2009 verhaftet wurde ...

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