Eine Zeitschrift darf mit ihrem eigenen Titelbild (und darauf abgebildetem Promi) werben

Die Zeitschrift "Viel Spaß" hatte eine bekannte Persönlichkeit auf ihrer Titelseite abgedruckt, ohne hierbei um Erlaubnis zu bitten. Fast ein Jahr später nutzte sie dieses Titelbild, um mehrere Wochen lang für "Viel Spaß" in der Zeitschrift "Glücks Revue" zu werben. Das missfiel dem Prominenten, er mahnte ab und verlangte Unterlassung, was die Zeitschrift jedoch zurückwies. Auf die nachfolgende Klage urteilte zunächst das Landgericht Köln, dass das Foto augenscheinlich nur verwendet worden sei, um den Werbewert des Prominenten auszunutzen und auf das beworbene Produkt überzuleiten - die Zeitschrift hätte nicht mit seinem Bild werben dürfen.Die Zeitschrift ging in Berufung und fand beim Oberlandesgericht Köln Gehör. Dieses bestätigte der Zeitschrift mit Urteil vom 22.02.2011, Aktenzeichen: 15 U 133/10, rechtmäßig geworben zu haben: Die Veröffentlichung der Werbeanzeige stelle keine rechtswidrige Persönlichkeitsverletzung dar und verletze den Kläger damit nicht in seinen Rechten. Abgewägt werden mussten im konkreten Fall das Informationsinteresse der Öffentlichkeit und die Pressefreiheit (Art. 5 Absatz 1 Grundgesetz) für die Zeitschrift einerseits und das Interesse des Prominenten am Schutz seiner Persönlichkeit (Art. 1 Absatz 1, Art. 2 Absatz 1 Grundgesetz) andererseits. Zwar habe der Prominente durch die Einwilligung in die Abbildung auf der Titelseite keine (konkludente) Einwilligung in die Werbung mit dem Foto gegeben. Doch müsse der Zeitschrift das Recht gegeben werden, für ihre eigenen Produkte zu werben.
"Dass Verlage mit dem Abdruck von bereits erschienenen Titelseiten für ihre Zeitschriften werben, ist bekannt und durchaus gängige Verlagspraxis ...
Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK