“Lieber Clown sein. Jihad ist keine Lösung!”

Heute wurden vor dem Kammergericht in Berlin die Schlussvorträge im Prozess gegen Filiz Gelowicz gehalten. Wie ich hier berichtet habe, ist sie als Unterstützerin und Werberin für eine terroristische Vereinigung angeklagt, kommende Woche will der Senat sein Urteil verkünden. Ursprünglich war Filiz Gelowicz gemeinsam mit Alican T. angeklagt, doch ihr Prozess wurde inzwischen abgetrennt und scheint für die Angeklagte ein relativ glimpfliches Ende zu nehmen. Die Bundesanwaltschaft beantragte heute eine Haftstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten – aber es könnte durchaus auch weniger werden.

Naturgemäß begann die Anklage mit der Bewertung des Prozessverlaufs. Er könne sich sein sonst übliches Vorwort sparen, erklärte Bundesanwalt Volker Brinkmann, der als Referatsleiter beim Generalbundesanwalt auch schon die „Sauerlandgruppe“ angeklagt hatte – deren Rädelsführer Fritz (Abu Malik) ja der Ehemann von Filiz Gelowicz war. „Ein Vorwort ist nur etwas für ganz herausragende Verfahren“, gab Brinkmann die Richtung seines Plädoyers vor. „Das ist dieses hier nicht“.

Drei Tage nach der Festnahme von Filiz Gelowicz im Februar 2010 klang Bundesanwalt Brinkmann am Rande des Sauerlandverfahrens in Düsseldorf noch ganz anders. Es war damals eine pikante Situation: Samstags war Filiz Gelowicz in Ulm festgenommen worden, Dienstag darauf hatten die Angeklagten im Sauerlandverfahren die Chance zum „letzten Wort“. Fritz Gelowicz war geschockt.

Heute beschrieben die Vertreter der Bundesanwaltschaft Kai Lukitsch und Volker Brinkmann noch einmal den Weg, den Filiz Gelowicz bis zu ihrer Festnahme gegangen war: Geboren 1981 in Memmingen machte sie 1997 ihren Hauptschulabschluss. Sie lernte Einzelhandelskauffrau, arbeitete für T-Online und andere Unternehmen, zuletzt in einem Call-Center in Ulm. Am 04. September 2007 wurde ihr Mann festgenommen, 2009 begann der Prozess gegen ihn ...

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