“Mein Glaube verbietet mir das!” – Was soll man da machen?

Wenn das Direktionsrecht des Arbeitgebers mit der grundgesetzlich geschützten Glaubensfreiheit eines Arbeitnehmers kollidiert, gehen auch im Arbeitsrecht die Emotionen schnell nach oben. Vor allem dann, wenn Ausländer oder sagen wir lieber Andersgläubige betroffen sind. Für die gilt der Art. 4 des Grundgesetzes nämlich auch! Das wird gerne mal übersehen. Das Tragen bestimmter Kleidung ist dabei immer ein wichtiges Thema: Da gibt es etwa die muslimische Lehrerin, die im Unterricht ihr Kopftuch aufbehalten möchte oder die Mitarbeiterin der Stadtverwaltung, die eine Burka tragen will. Bei Arbeitgebern kommt so etwas gelegentlich nicht so gut an und dann trifft man sich vor Gericht.

So wie im Fall des muslimischen Angestellten, der nun vor dem Bundesarbeitsgericht verhandelt, wenn auch nicht entschieden wurde (Az. 2 AZR 636/09). Der Kollege war seit vielen Jahren innerhalb des selben Unternehmens an verschiedensten Stellen tätig: Zuerst in einer Waschstrasse, dann als Ladenhilfe in der Getränkeabteilung, später in der Frischwarenabteilung. Dort erkrankte er für mehrere Monate. Gespräche mit der Personalabteilung ergaben, dass wohl der gekühlte Bereich die Ursache seiner gesundheitlichen Probleme sein könnte. Also sollte er wieder zurück in die Getränkeabteilung. Doch da weigerte er sich. Der Grund: Sein Glaube verbiete ihm jeglichen Umgang mit Alkohol und zwar nicht nur den Genuss, sondern auch den Transport! Nach einigem Disput kündigte der Arbeitgeber fristlos ...

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